Der Artikel ist in der Zeitschrift Aleph Lagush am 22. April 2010 erschienen (S. 66-68). Originalfassung als PDF / The Article as PDF-File
Repräsentation im Ausland
Hadass kickt mit Stella! Eindrücke einer Mädchensportdelegation aus Misgav von einem Sportcamp in Deutschland
Ende März brach eine Gruppe Sportlerinnen aus Misgav, Sakhnin und Daboria nach Halberstadt in Deutschland auf. In das Trainingslager fuhren Fußballerinnen, Volleyballerinnen und Tennisspielerinnen aus Misgav. Die Gruppe wurde von Hanna Dinman begleitet.
Die Fußballspielerinnen, die [nach Deutschland] fuhren, sind: Shahar Sarig (Har Haluts), Michal Heffes (Michmanim), Sharon Hillmann (Avtalion). Von der Volleyballgruppe nahm teil: Shachar Dahan (Shechanya). Von der Tennisauswahl fuhren Hen Blecher (Gilon) und Maya Zaltzman (Yuvalim).
Alle Teilnehmerinnen der Mädchengruppe, die Misgav vertrat, sind bereits seit einigen Jahren als Sportlerinnen in der Sportabteilung aktiv und waren von ihren Trainern für ein Treffen in Deutschland als Vertreterinnen Israels empfohlen worden.
Seitens der deutschen Organisatoren war das Hauptziel der Initiative die Völkerverständigung durch den Sport; das Fußballspiel wurde dabei als Werkzeug der Kommunikation, des Kennenlernens, der Toleranz und der Akzeptanz des Anderen gewählt.
Am Trainingslager nahmen jüdische Sportlerinnen (die Mädchen aus Misgav), muslimische Sportlerinnen (aus Sakhnin und Daboria) und christliche Sportlerinnen (aus Halberstadt, Deutschland) teil.
Der Tagesablauf im Trainingslager umfasste ein zweistündiges Fußballtraining unter Anleitung eines Haupttrainers und einer Gruppe Helfer, nachmittags wurden gesellschaftliche Treffen abgehalten, auf denen die Mädchen unter Zuhilfenahme von Bewegungen, Gesprächen und Gesang untereinander Kontakt aufnahmen. Der Besuch umfasste auch eine umfangreiche Stadtbesichtigung unter Betonung der jüdischen Geschichte der ausgelöschten jüdischen Gemeinde der Stadt.
Mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft der Frauen, die 2011 in Deutschland stattfinden wird, war es ein weiteres Ziel des Treffens, den Frauenfußball zu fördern. Daher kam auch die deutsche Fußballnationalspielerin Steffi Jones zum Treffen mit den Mädchen. Die Mädchen genossen ihre Gesellschaft und ihre Vorbildfunktion, fotografierten sie und bekamen Autogramme.
Die Reise wurde von der F.C. Flick Stiftung und der Moses Mendelssohn Akademie aus Deutschland gefördert sowie von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum.
Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, gegenseitigen Respekt, die Achtung des Anderen und gesellschaftliche Interaktion zu fördern.
Ein weiteres Ziel, das sich die Organisatoren für die deutschen Mädchen gesteckt hatten, war es, sie mit dem Judentum und der jüdischen und israelischen Kultur bekannt zu machen.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Sportdirektion und mit Hilfe des Leiters der Sportabteilung, Shlomi Tachan, verwirklicht.
Den Reisesegen bekamen die Sportlerinnen aus Misgav vom Kreisbürgermeister in Form eines Briefes, der an die Organisatoren des Projekts geschickt wurde. In diesem betonte Ron Shani einen der Werte des Sports, den wir hier umsetzen: Sport ist ein Mittel zur Begegnung zwischen Völkern.
Die Mädchen der Delegation sind mit zahlreichen Eindrücken nach Hause gekommen.
Sharon Hillmann, Fußballerin: „Die Trainings waren interessant und haben Spaß gemacht, Halberstadt ist sehr schön, insbesondere die Kirchen und die alte Synagoge, die wir besucht haben“.
Shachar Dahan, Volleyballerin: „Nach dieser Woche merke ich, dass ich eine bessere Volleyballerin bin, ich habe Freundinnen aus anderen Kulturen kennengelernt, ich habe mein Englisch verbessert und ein bisschen Deutsch gelernt“.
Shahar Sarig, Fußballerin: „Ich bin 12 Jahre alt und ich bin hierhergekommen, um Frieden zu stiften und eine Art Verbindung zwischen den Ländern durch den Sport. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich wollte nicht, dass es aufhört“.
Maya Zaltzman, Tennisspielerin: „Ich bin nach Deutschland gekommen, um Mädchen zu treffen, die ich nicht kenne und es macht mir großen Spaß hier“.
Michal Heffes, Fußballerin: „Ich spiele Fußball seitdem ich 10 Jahre alt bin. Im letzten Jahr bin ich bei der Fußballgruppe „Bnot Misgav-Sakhnin“ (Mädchen aus Misgav-Sakhnin) eingetreten. Ich bin zu diesem Trainingscamp gekommen, um den Frauenfußball auf der Welt voranzubringen. Bisher macht es mir großen Spaß und ich merke, dass ich es geschafft habe, mein Ziel zu erfüllen“.
Hen Blecher, Tennisspielerin: „Die zwei Dinge, die mich auf dieser Reise geprägt haben, sind erstens, dass Frauen das gleiche machen können wie Männer und sogar besser und zweitens, Sport ist stärker als jeder Konflikt“.
„Ich hoffe, dass dieses Treffen die Ziele erfüllt hat und das dies der Anfang einer Tradition wird und vielleicht werden wir irgendwann die Mädchen der deutschen Gruppe in Misgav zu Gast zu haben“, fasst Hanna Dinman zusammen.
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