Blickwinkel
Reflexion von Dorit Navon, Delegationsleiterin israelische Gruppe
Im Juni 2009 wandte sich Moshe Kuninsky, Generaldirektor der Sportorganisation der Schulen in Israel an mich, und richtete mir aus, dass Gilad Weingarten sich an ihn mit der Bitte gewandt hatte, Kontakt zur Flick-Stiftung aufzunehmen, die daran interessiert ist, ein gemeinsames Fußballprojekt für Mädchen aus Israel und Deutschland zu veranstalten. Einige Zeit später nahm Christiane Fetscher, die Leiterin der Stiftung, mit mir Kontakt auf. Langsam bekam die Sache Hand und Fuß und erste Ideen begannen sich heraus zu kristallisieren. Ich verstand, dass ich Unterstützung von jemandem benötigte, der Erfahrung mit der Organisation von Delegationen ins Ausland hatte, selbstverständlich unter dem Protektorat einer staatlichen Einrichtung, denn schließlich kann man sich nicht an die Eltern wenden und ihnen einfach sagen: „Ich nehme eure Tochter mit auf ein Trainingslager im Ausland“.
Ich wandte mich an Gazi Nujidat, Supervisor der Sportorganisationen der nördlichen Bezirke im Staat Israel, der sehr erfahren mit allem was Delegationen ins Ausland betrifft ist und eine wundervolle Persönlichkeit. Von dem Moment an, in dem Gazi am Projekt mitwirkte, fingen die Dinge an, schneller zu laufen. Wir entschieden uns welche örtlichen Autoritäten und Direktoren der Sportabteilungen wir ansprechen würden. Die Mädchengruppe kristallisierte sich allmählich heraus und es fanden drei Vortreffen zum Kennen lernen und ersten Besprechungen in Israel statt. Und je mehr wir uns dem Fahrttermin nach Deutschland näherten, umso deutlicher wurde das Bild und umso klarer das Projekt. Wir wussten, dass sich Halberstadt in Ostdeutschland befindet. Es gingen alle möglichen Gerüchte bezüglich Neonazis und dass es in Ostdeutschland viele von ihnen gäbe. Am 31. März 2010 landeten wir in Berlin. Christiane Fetscher erwartete uns am Flughafen. Es war super, sie zum ersten Mal nach einer langen Zeit der Korrespondenz und der Telefonate zu treffen. Wir fuhren ungefähr zwei Stunden zum Gästehaus Spiegelsberge. Es war schon sehr spät (nach zwölf Uhr nachts), wir bekamen etwas zu essen und zu trinken, man verteilte die Zimmerschlüssel.
Plötzlich erwartete mich am Eingang meiner Tür ein „Liebesbrief“ und in diesem „romantische“ Ausführungen darüber, wie sie mich umbringen, mich aufhängen und quälen würden. Der Brief beinhaltete Zeichnungen….. Die Sache wurde aufgeklärt und es stellte sich heraus, dass es sich um ein Spiel unter den am Projekt beteiligten deutschen Mädchen handelte, die sich den ganzen Abend über Horrorfilme unterhalten hatten. Der erste Tag begann mit einer begeisternden Eröffnungsfeier mit vielen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Halberstadt und von außerhalb. Alle teilnehmenden Mädchen bekamen Trainingsanzüge, T-Shirts, auf denen ihre Namen waren und andere Dinge und hatten die Ehre, Steffi Jones zu treffen, eine Spielerin, die fünfmal eine Fußballweltmeisterschaft gewann und an der Organisation der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland beteiligt ist. Die Mädchen begannen mit einem ersten zweistündigen Training, das auch Kennenlern- und Vertrauensspiele (trust games) beinhaltete.
Und so war es an jedem der sieben Tage, die wir in Halberstadt verbrachten:
Am Morgen bekamen die Mädchen ein zwei- oder mehrstündiges Training. Danach fuhren wir zum Mittagessen in das Restaurant Hirsch, machten Ausflüge innerhalb der Stadt Halberstadt und besichtigten die historischen Gebäude der Stadt. Wir erhielten Informationen über das Halberstädtische Judentum, das es heute nicht mehr gibt. Zusätzlich bekamen wir Informationen über das Osterfest der Christen, Erklärungen über seine Bedeutung und Bräuche und wir erklärten das jüdische Fest Pessach.
Die Woche beinhaltete verschiedene Aktivitäten und Unternehmungen, die auf die Mädchen und ihr Alter abgestimmt waren: Zoo, Wasserpark, künstlerische Aktivitäten, Spiele, Sing- und Tanzabend, Bowling, Süßigkeiten und mehr..
Anfangs beobachteten sich die Mädchen aus der Distanz, auch innerhalb unserer Gruppe, die sich aus arabischen und jüdischen Mädchen zusammensetzte. Jeden Tag beobachteten wir eine Annäherung zwischen den deutschen und den israelischen Mädchen und das trotz der Altersunterschiede und ebenso zwischen den jüdischen und arabischen Mädchen. Sie sprachen in vier Sprachen: Deutsch, Hebräisch, Arabisch und Englisch und verstanden sich ausgezeichnet.
Der letzte Tag war besonders aufregend und beinhaltete die Zusammenfassung aller Trainingseinheiten in einem Turnier, in dem alle gewannen, eine Abschlusszeremonie, und den Ausstausch vieler Geschenke, die die gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck brachten (Wimpel, Fußballhefte, Souvenirs, Plüschtiere der deutschen Eltern für die Kinder aus Israel) sowie auch den Austausch von Geschenken und Adressen unter den Mädchen.
Auf dem Abschlusstreffen der Mädchen und auf dem Weg zurück nach Hause drückten alle ihre Zufriedenheit mit dem Projekt aus und sagten, dass sie ein ganz besonderes Erlebnis erlebt hätten, das sie niemals vergessen würden.
Aus persönlicher Sicht möchte ich bemerken, dass es auch für mich ein besonderes Erlebnis war: Es war mein erstes Mal in Deutschland, das erste Mal das ich in der Funktion der Leiterin einer Delegation war, das erste Mal, dass ich überhaupt mit Mädchen in einer Delegation gefahren bin. Das Projekt war im Voraus geplant und organisiert und der Ablauf war nach einem angenehmen Zeitplan geordnet, es war ruhig und nicht stressig. Ich habe neue Menschen und eine neue Kultur kennen gelernt und habe es abgeschlossen mit einem süßen Geschmack im Mund und dem Willen nach mehr.
Dorit Navon
Koordinatorin der Sportorganisation für die Schulen
Leiterin der Abteilung für Sportveranstaltungen des Erziehungsministeriums des nördlichen Gebiets
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Reflections by Dorit Navon, delegation leader of the Israeli group
In June of 2009, Moshe Kuninsky, President of the School Sports Association in Israel, contacted me to tell me that Gilad Weingarten had asked him to approach the Flick Foundation, which was interested in organizing a soccer project for girls from Israel and Germany.
Shortly thereafter, Christiane Fetscher, the Foundation’s director, contacted me. Soon the project began coming together and ideas started to take shape.
Since I could not simply tell parents: “I’m taking your daughter out of the country to attend soccer camp” without state sponsorship, I knew that I needed support from someone with experience organizing delegations going abroad.
I approached Gazi Nujidat, Supervisor of the Sports Associations in the northern districts of the state of Israel. Gazi has a lot of experience with delegations traveling abroad and is a wonderful personality.
From the moment Gazi came on board, things started moving more quickly. We decided what local authorities and directors of sports divisions to contact. The group of girls gradually came together and we met three times to get to know each other and discuss the project. The closer we got to the date we were to leave for Germany, the clearer the undertaking became in our minds.
We knew that Halberstadt is located in Eastern Germany. There were a lot of rumors about neo-Nazis and that there were many of them in Eastern Germany.
On May 31, 2010 we landed in Berlin. Christiane Fetscher met us at the airport. It was great meeting her for the first time after a long correspondence and many phone calls. It took about two hours to get to the “Spiegelsberge” guesthouse. By then it was already very late (after midnight). We were given something to eat and drink and the room keys were passed out.
But then I discovered a “love letter” waiting for me at my door with “romantic” descriptions of how I would be murdered, hung, and tortured. The letter contained drawings… As it turned out, the letter was a joke from the German girls in the project, who had been talking about horror films all evening.
The first day began with an inspiring opening ceremony with many public figures from Halberstadt and elsewhere. All participating girls were given tracksuits, T-shirts with their names, and other things. They also had the honor of meeting Steffi Jones, a player who has won the soccer World Cup five times and is involved in organizing the Women’s World Cup 2011 in Germany.
The girls began with a two-hour practice that also included getting-to-know-each-other and trust games.
This is how the seven days in Halberstadt were spent:
The girls practiced for two or more hours in the morning. Then we had lunch in the “Restaurant Hirsch,” after which we explored Halberstadt and its historical buildings. We learned about Jewish life in Halberstadt, which no longer exists. We also learned about the meaning and customs of the Christian celebration of Easter and we in turn explained the Jewish festival of Passover to our hosts.
The week included different activities and excursions suitable for the girls and their age: visits to a zoo and a water park, artistic activities, games, an evening of singing and dancing, bowling, sweets, and more.
At first the girls eyed each other from a distance, including within our group, which was made up of Arab and Jewish girls. But every day we observed a growing closeness between the German and Israeli girls—despite the age differences—as well as between the Jewish and Arab girls. They communicated in four languages: German, Hebrew, Arabic, and English, and got along beautifully.
The last day was particularly exciting and included a roundup of all the training units in a tournament (in which everyone was a winner), a closing ceremony, the exchange of many gifts as expressions of mutual appreciation (pennants, soccer magazines, souvenirs, and stuffed animals from the German parents for the children from Israel), as well as an exchange of gifts and addresses between the girls.
On their way home and at the final get-together in Israel, all the girls expressed their satisfaction with the project, saying that they had had a very special experience they would never forget.
On a personal note, I would like to add that it was a special experience for me as well: it was my first time in Germany, the first time for me as a delegation leader, and the first time traveling with a delegation of girls.
The project was planned and organized in advance. The schedule of activities was paced comfortably and was not stressful. I got to know new people and a new culture, and the experience left me with a sweet taste in my mouth and the desire for more.
Dorit Navon
Coordinator of the School Sports Association
Head of the Department of Sports Events in the Ministry of Education (Northern District)
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Durch die Kameralinse, Reflexion von Frau Hilde Hildenhagen (Kamera- und Regie des Projektfilms)
Mittwochabend am Flughafen Schönefeld. Der Flieger aus Tel Aviv ist gelandet. Wir warten gespannt auf die ersten Gesichter, die Kamera ist dabei. Israelische Mädchen die gern Fußball spielen. Christiane ist ein bisschen aufgeregt und freut sich. Auf der Internetseite haben wir sie (die Mädchen) schon gesehen, auch ihre Betreuer. Da kommen sie, sofort zu erkennen – hübsche Mädchen mit meist langem schwarzen Haar, mit dicken Gepäckwägen und müde. Zum Glück schauen sie offen und freundlich, kein Argwohn wegen der Kamera – toll. Später erzählen zwei der Mädchen lachend, dass sie diese Art der Begrüßung sehr genossen hatten – “Wir kamen uns sehr wichtig vor, cool.” Ich stelle mich nebenbei vor. Wir zwinkern uns zu. Hannah hilft mir dabei. Ich mag sie gleich.
So wird es die nächsten Tage weiter gehen. Die arabischen und jüdischen Mädchen sind schon etwas älter als die Gruppe aus Sachsen- Anhalt. Die anfängliche Zurückhaltung wird nach und nach fallengelassen. Spätestens beim Training zeigen sich Energie und Neugier der Mädchen aufeinander. Im Laufe der Woche sehe ich oft fast mütterliche Gesten der Grossen mit den kleineren Mädchen. Es werden Zöpfchen geflochten, gedrückt, getröstet. Sie versuchen sich mittels englischer Brocken, mit Händen und Füßen verständlich zu machen. Gadeer aus Sakhnin vor allem ist darin unglaublich beredsam. „Hey, Radiergummi“ sagen die Trainer lachend, wenn sie wieder wild gestikulierend vor ihnen steht. Wir sind mit der Kamera immer dabei. Wir winken und lachen uns zu.
Ein bunter Abend mit den Mädchen. Drei junge Menschen singen zur Gitarre – über den Wolken… Artig sitzen die Mädchen auf ihren Stühlen und hören zu. Ein bisschen wird auch mitgesungen. Später kommt Hannah mit dem CD-Player, spielt Lieder aus ihrer Heimat vor, tanzt dabei, singt laut und motiviert zum Mitmachen. Das Hüftwackeln und Mittanzen kommt von selbst. Wir fühlen uns wohl in dieser Gruppe. Abends müde, fahren wir nicht gleich ins Quartier, sondern gesellen uns zu den Betreuern. Witze auf englisch, Fotos von zu Hause, viel Lachen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Schön war`s. Nächstes Jahr kommt ihr alle zu uns, verabschieden uns die Betreuer.
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Through the Camera Lens: Reflections by Hilde Hildenhagen (director and DP of the documentary film about the project)
Wednesday evening, Schönefeld Airport. The plane from Tel Aviv has landed. We wait intently for the first glimpse of our guests. I have my camera with me. Israeli girls who like to play soccer. Christiane is excited and a little nervous. We’ve already seen photos of the girls and their counselors on the website. There they come—we recognize them immediately: pretty girls, most of them with long black hair, pushing heavy luggage carts, tired. Thankfully their expressions are open and friendly, no suspicious looks because of the camera—great! Later two of the girls tell us that they really enjoyed being welcomed this way: “We felt very important, very cool…,” they laugh. I take the opportunity to introduce myself. We wink at each other. Hannah helps me. I like her immediately.
Things continue in this vein. The Arab and Jewish girls are a little older than the group from Saxony-Anhalt. Their initial reserve gives way gradually. By the time they’re on the practice field, the girls are full of energy and expressing curiosity about each other. In the course of the week I often observe the older girls being almost maternal with the younger ones. They braid their hair, give them hugs, comfort them. The children try to make themselves understood using gestures and broken English. Especially Gadeer from [name of the Arabic town] is unbelievably eloquent this way. “Hey, rubber band,” the coaches laugh when she approaches them, gesticulating wildly. We’re always there with our camera. We wave and smile at each other.
One evening the girls put on a talent show. Three young people sing the song “Über den Wolken” (Above the Clouds), accompanied by a guitar. The girls are well behaved, sitting quietly and listening. Some of them sing along. Later Hannah shows up with her stereo and plays songs from home. She dances to the music, sings along loudly, and encourages the girls to join in. Pretty soon everyone is shaking their hips and dancing.
We feel comfortable in this group. Although we’re tired by evening, we don’t go straight to our rooms but join the counselors instead. We tell jokes in English, show each other pictures from home, laugh a lot. Time flies by. It was great. Next year you’re all coming to Israel, the counselors tell us when it’s time to say goodbye.
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Reflexion von Ghazi Nujeidat
es war mir eine Ehre, an dem Mädchenfußballprojekt „Hadass kickt mit Stella“ teilzunehmen. Wir sind davon überzeugt, dass Sport ein wunderbares Instrument ist, Menschen mit verschiedenen Hintergründen zusammen zu bringen. Es gibt ihnen die Möglichkeit, in einer Mannschaft zusammen zu spielen. Ich bin mit bescheidenen Erwartungen zum Camp gekommen, vor allem weil ich nicht viel Zeit hatte, mich vorzubereiten. Ich habe mein Bestes getan, alles vorher zu organisieren, die richtigen Mädchen in den israelischen Gemeinden auszuwählen und im Vorfeld ein paar Treffen mit der israelischen Gruppe zu veranstalten. In Deutschland angekommen war mir sofort klar, dass alles richtig vorbereitet war, um die möglichen Beschwerden der Mädchen zu minimieren. Sie waren darauf eingestellt, hart zu arbeiten. Am Anfang gab es eine große Distanz zwischen den Mädchen, langsam veränderte sich dann wie erwartet die Situation. Als jemand die viel mit pädagogischen Angeboten und vor allem mit der Veränderung von Meinungen über den anderen zu tun hat, bin ich sehr zufrieden mit dem, was in Deutschland erreicht wurde. Es wird aber verloren gehen, wenn wir die Aktivitäten mit den Mädchen nicht weiterführen. Es ist wie die Suche nach einem warmen Zimmer: man muss immer wieder Holz nachlegen. Die Idee des Camps muss zu einer alljährlichen Tradition mit multikultureller Beteiligung werden.
Herzliche Grüße
Ghazi Nujeidat
Ministerium für Kultur und Sport, Israel
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Dear Friends,
It was honor for me to participate in the girls’ soccer project ” Hadassa Kick With Stella”.
We have a strong belief that sport is a wonderful vehicle to bring together population from different backgrounds. It provides an opportunity to practice as one team.
I come to the training camp with low expectation, especially because of the short time of preparation, so I tried to get the arrangement as fast as I can , to choose the right girls from the Israeli communities , and get to arrange few pre project meetings with the Israeli group .
We get to Germany and every thing was prepared in the proper way to minimize the complains from the girls , they were ready for the hard work , at the beginning the distance was wide between the girls , and slowly it get changed to the expected situation .
As whom dealing with educational activities and especially changing opinions one about other I feel satisfaction of what had been achieved in Germany , but it will be lost if we don’t continue the activities between the girls , it’s like looking for a warm room so you need to put wood on the fire all the time .
This camps idea must be a manually tradition with multi cultural participation.
Best wishes
Ghazi Nujeidat
Ministry of Culture & Sport
Israel
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Reflexion von Maria Ketteler
Da ich bereits 2007 und 2008 als Betreuerin bei den jeweiligen Girlscamps mitmachen durfte, wusste ich ungefähr, was mich erwarten würde. Trotzdem war das Girlscamp in Halberstadt eine besondere Erfahrung: Nicht nur, über die Tatsache, dass Halberstadt in der Vergangenheit Schauplatz rassistischer Übergriffe war, machte ich mir einige Gedanken. Sondern auch, dass die Hälfte der teilnehmenden Mädchen aus Israel und damit aus einem von religiösen und politischen Konflikten gebeutelten Land kommen sollten. Ich fragte mich, wie die israelischen Mädchen mit den deutschen Mädchen zusammenkommen sollten, gerade wegen der Sprachbarriere. Auch fragte ich mich, wie ich mit potentiellen Konflikte zwischen den arabischen und den jüdischen Mädchen umgehen können würde. Ob wir mit allen Mädchen über den Konflikt in Israel würden sprechen können, sollten oder sogar müssten. Meine größte Sorge war, dass es zu rassistischen Äußerungen durch Menschen außerhalb der Gruppe, also in Halberstadt selbst kommen könnte und wie ich in so einem Fall die Kinder schützen könnte.
Im Endeffekt erwiesen sich manche meiner Gedanken als begründet, ein Großteil aber als unbegründet. Nach der anfänglichen Schüchternheit, die ich schon aus den vergangenen Camps kannte, traf ich gleich am zweiten Tag, auf der Suche nach einigen deutschen Mädchen, auf eine Gruppe von deutschen und israelischen Mädchen. Es war ein buntes Kauderwelsch aus deutschen, israelischen, arabischen und englischen Worten, gepaart mit Händen und Füßen, die wild durcheinander wirbelten. Auch in den folgenden Tagen zeigte sich, dass es nicht um sprachliche, kulturelle oder religiöse Grenzen ging. Vielmehr teilten sich die Mädchen in Grüppchen auf, die ihrer Mentaliät zu entsprechen schienen – die ruhigeren fanden die ruhigeren und die Wilden, die Wilden. Vor allem beim täglichen Fußballtraining war ich immer wieder fasziniert, wie Fußball durch seine Einfachheit in der Lage ist, Menschen zueinander zu bringen und wie wenig es ausmacht, woher eine Spielerin kommt, welche Staatsangehörigkeit oder Religion sie hat oder welche Sprache sie spricht. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die „schrillste Abwehr der Welt“!
Ich hoffe, dass das Camp allen Teilnehmenden gezeigt hat, dass es um mehr geht als nur Tore. Es wäre illusorisch zu glauben, Fußball könnte den Konflikt im nahen Osten beseitigen. Wir können aber hoffen, einen Beitrag geleistet zu haben, der der heranwachsenden Generation ein bisschen mehr Sensibilität und Einfühlungsvermögen vermittelt hat, für die Frage warum und wofür wir eigentlich kämpfen.
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Since I had already served as a counselor at the 2007 and 2008 girls’ camps, I knew more or less what to expect.
Still, the girls’ camp in Halberstadt was going to be a special experience. I was not only concerned about the racist attacks that had taken place in Halberstadt in the past, but also about the fact that half of the participating girls were from Israel, a country ravaged by religious and political conflict.
I wondered how, given the language barrier, the Israeli and German girls were going to come together. I also wondered how I would be able to deal with possible conflicts between the Arab and Jewish girls. I asked myself whether we could, should, or even must talk with all of the girls about the conflict in Israel. My greatest worry was that people outside of the group, in Halberstadt, would express racism and that I would not know how to protect the children if that were to happen.
In the end, some of my concerns were justified; most of them however, were not. At first the girls were shy, which came as no surprise to me after my experiences at the other camps. But on the second day, when I was looking for some of the German girls, I came upon a group of German and Israeli girls. They were interacting gleefully in a wild hodgepodge of German, Israeli, Arabic, English, and hand gestures. As time went on it became increasingly evident that linguistic, cultural, or religious divisions were not the issue. Instead the girls formed little groups based on their personalities—the quieter ones found the quieter ones, the wild ones, the other wild ones. Every day during soccer practice I was particularly fascinated by the way in which the simplicity of soccer is able to bring people together (even though the coaches spoke only a little English, or none at all) and how little it matters where a player is from, what nationality or religion she is, or what language she speaks. I’ll always remember the “the shrillest defense in the world”!
I hope that the camp was able to demonstrate to all participants that it is about more than just shooting goals. Of course it would be illusory to believe that soccer can solve the conflict in the Middle East. We can hope, though, that we have contributed to increasing the sensitivity and empathy of the next generation as they face the question of why and what we are actually fighting for.
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